Sehr geehrter Herr Brandenburg,
ich habe mir in den letzten Wochen Ihre Beiträge zum WHO-Pandemievertrag und zur Anhörung im Bundesgesundheitsausschuss aufmerksam angesehen — auch die Sendung mit dem Schweizer Verfassungsjuristen fand ich brillant. Trotzdem habe ich meine monatliche Unterstützung im Februar pausiert, weil mich die Frequenz Ihrer Veröffentlichungen zwischenzeitlich überfordert hatte und ich den Eindruck hatte, die wirklich substantiellen Recherchen gehen in der Menge unter.
Bevor ich die Zahlung wieder aufnehme, hätte ich gerne ein kurzes State-of-the-Art Ihrer publizistischen Arbeit der letzten 90 Tage — was waren die drei wichtigsten Recherchen, an denen Sie gearbeitet haben, und wo sehen Sie selbst Ihre Wirkung?
Mit freundlichen Grüßen
Margarete Hellwig
Sehr geehrte Frau Hellwig,
haben Sie Dank für Ihre offene Rückmeldung — und für die Frage, die ich mir selbst zu selten stelle. Sie haben recht: das Volumen war hoch.
Drei Recherchen aus den letzten 90 Tagen, bei denen ich Wirkung sehe:
(1) Die WHO-Vertrags-Serie hat dazu geführt, dass die FDP im Gesundheitsausschuss zwei der von uns dokumentierten Klauseln explizit problematisiert hat — die Sitzungsdokumente verlinke ich gerne. (2) Unsere Aufarbeitung der RKI-Files (Phase III) wurde inzwischen vom Tagesspiegel und der NZZ rezipiert. (3) Die Reportage zum Bundeswehr-Sanitätswesen hat eine kleine Anfrage im Bundestag ausgelöst (Drucksache 20/12104).
Ich plane für die kommenden 60 Tage eine reduzierte, aber selektivere Veröffentlichungs-Frequenz — zwei substantielle Stücke pro Woche statt fünf kurze.
Wenn Sie mögen, lade ich Sie zu einem persönlichen Telefonat ein, bevor Sie über die Wiederaufnahme entscheiden.
Herzlich, Paul Brandenburg